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Hochdruckreiniger pflegen und überwintern

Die häufigste Todesursache ist kein Verschleiß, sondern Frost in einer Pumpe, die noch Wasser enthielt. Mit wenigen Handgriffen lässt sich das vermeiden.

Die kurze Antwort: Ein Hochdruckreiniger geht selten kaputt, weil er zu viel gearbeitet hat. Er geht kaputt, weil Restwasser in Pumpe und Schlauch gefroren ist oder weil ein verstopftes Sieb die Pumpe hat trocken laufen lassen. Beides kostet dich zehn Minuten im Jahr, wenn du daran denkst.

Nach jedem Einsatz

Der Aufwand ist gering, und er entscheidet darüber, wie das Gerät im nächsten Frühjahr anspringt.

  1. Reinigungsmittel abstellen und kurz mit klarem Wasser durchspülen, damit keine Rückstände in der Leitung bleiben.
  2. Gerät ausschalten und den Wasserhahn zudrehen.
  3. Den Abzug an der Pistole noch einmal ziehen, um den Restdruck abzubauen.
  4. Schlauch abkuppeln und hochhalten, damit er leerläuft.
  5. Düsen abnehmen und ausspülen, Kalk und Sandkörner setzen sich dort zuerst fest.
  6. Kabel und Schlauch ohne Knick aufwickeln.

Den Restdruck abzulassen ist der Schritt, der am häufigsten vergessen wird. Ein Schlauch, der monatelang unter Druck steht, wird an den Kupplungen früher undicht.

Das Wassereingangssieb

Am Wasseranschluss sitzt ein kleines Sieb, das Sand und Rostpartikel aus der Leitung abfängt. Es ist billig, unscheinbar und für die Pumpe überlebenswichtig.

Setzt es sich zu, bekommt die Pumpe zu wenig Wasser. Sie läuft dann teilweise trocken, was sich als schwankender Druck und ruckelndes Arbeiten bemerkbar macht. Wer dieses Verhalten für eine Macke hält und weiterarbeitet, ruiniert auf Dauer die Dichtungen.

Regelmäßig prüfen: Sieb herausziehen, unter fließendem Wasser ausspülen, wieder einsetzen. Bei Brunnenwasser oder alten Leitungen häufiger als bei frischem Stadtwasser.

Frost ist der eigentliche Gegner

Wasser dehnt sich beim Gefrieren aus. In einer Pumpe mit engen Kanälen und Dichtungen reicht das, um Bauteile zu sprengen. Der Schaden zeigt sich nicht im Winter, sondern beim ersten Einschalten im Frühjahr, wenn nichts mehr dicht ist.

Deshalb gilt vor dem ersten Frost:

  • Gerät vollständig entleeren, dazu ohne angeschlossenen Wasserschlauch kurz laufen lassen, sofern die Anleitung das zulässt.
  • Hochdruckschlauch, Pistole und Strahlrohr ausschütteln und getrennt lagern.
  • Alles an einem frostfreien Ort unterbringen, also nicht im ungeheizten Gartenhaus.
  • Wenn kein frostfreier Platz vorhanden ist, das Gerät zumindest in den Keller oder die Wohnung holen.

Manche Hersteller nennen für ihre Geräte ein Frostschutzverfahren mit Frostschutzmittel. Ob das für dein Modell vorgesehen ist und welches Mittel dafür freigegeben wird, steht in der Bedienungsanleitung. Rate hier nichts.

Woran du beginnenden Verschleiß erkennst

BeobachtungMögliche Ursache
Druck schwankt starkZu wenig Zulauf, verstopftes Sieb oder Luft im System.
Wasser tritt an einer Kupplung ausDichtring verschlissen oder Kupplung nicht sauber verriegelt.
Strahl wird unregelmäßigDüse teilweise verstopft oder ausgewaschen.
Gerät schaltet ständig ein und ausLeckage im System oder eine undichte Pistole.

Dichtringe und Düsen sind Verschleißteile und in der Regel einzeln nachzukaufen. Ob es sie für dein Modell noch gibt, ist ein Punkt, den man beim Kauf selten bedenkt und später umso mehr schätzt.

Sicher lagern und sicher wieder anschließen

Ein paar Punkte, die mit Sicherheit und nicht nur mit Haltbarkeit zu tun haben:

  • Netzkabel vor jedem Einsatz auf Beschädigungen ansehen. Ein Kabel mit Scheuerstelle gehört nicht in eine nasse Umgebung.
  • Steckverbindungen nie in Pfützen oder auf nassem Boden liegen lassen.
  • Gerät nicht am Kabel oder am Hochdruckschlauch ziehen.
  • Beschädigte Hochdruckschläuche ersetzen und nicht abkleben. Sie stehen im Betrieb unter erheblichem Druck.
  • Nach längerer Standzeit erst mit geöffneter Pistole starten, damit Luft entweichen kann.

Wenn das Gerät nach dem Winter nicht anläuft oder ungewöhnliche Geräusche macht, hilft weiteres Probieren selten. Dann ist die Bedienungsanleitung oder der Kundendienst die günstigere Adresse als ein zweiter Versuch mit Gewalt.

Modelle, bei denen Handling und Lagerung eine Rolle spielen

Passendes Modell

Kärcher K 4 Power Control

Mit 8 m Hochdruckschlauch und fester Aufbewahrung am Gerät ist nach dem Einsatz weniger zu sortieren.

Passendes Modell

Nilfisk Premium 200-15

15 m Schlauch bedeuten viel Reichweite, aber auch mehr Volumen, das im Winter frostfrei untergebracht werden will.

Passendes Modell

Bosch EasyAquatak 120

Ein kompaktes Gerät, das sich leichter in den Keller tragen lässt, wenn kein frostfreier Außenplatz vorhanden ist.

Auch nützlich

Fragen zu Pflege und Winter

Kann ein Hochdruckreiniger im Gartenhaus überwintern?

Nur wenn es dort zuverlässig frostfrei bleibt. Restwasser in der Pumpe dehnt sich beim Gefrieren aus und sprengt Bauteile, der Schaden fällt erst beim ersten Einsatz im Frühjahr auf.

Wie entleere ich das Gerät vor dem Winter?

Wasserhahn zudrehen, Restdruck über die Pistole ablassen, Schlauch abkuppeln und leerlaufen lassen. Ob du das Gerät zusätzlich kurz ohne Wasserzulauf laufen lassen darfst, steht in der Bedienungsanleitung.

Wie oft muss das Wassereingangssieb gereinigt werden?

Immer dann, wenn der Druck ungleichmäßig wird, und vorbeugend in regelmäßigen Abständen. Bei Brunnenwasser oder alten Leitungen setzt es sich deutlich schneller zu.

Warum schaltet sich mein Gerät ständig ein und aus?

Das deutet meist auf eine Undichtigkeit hin, oft an der Pistole oder an einer Kupplung. Der Druck fällt ab, die Pumpe springt nach, und das wiederholt sich.

Langlebigkeit fängt beim Kauf an

Im Vergleich siehst du Ausstattung und Handling der Modelle, bevor du dich entscheidest.

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